Das immersive Lernhaus miri im Kulturforum Hanau: Wo Projektionen MINT-Themen erlebbar machen

Das immersive Lernhaus miri im Kulturforum Hanau

Die Kathinka-Platzhoff-Stiftung hat im Kulturforum Hanau das immersive Lernhaus miri eingerichtet, in dem drei Epson Super-Ultrakurzdistanz-Laserprojektoren Lerninhalte als begehbare 270-Grad-Umgebungen an die Wände bringen – ein in Deutschland bislang einzigartiges Bildungsangebot, das Schulklassen, Kinder und Jugendliche kostenfrei nutzen können. 

Die Stiftung und der Standort 

Die Kathinka-Platzhoff-Stiftung ist ein gemeinnütziger Träger, der in und um Hanau unter anderem Kindertagesstätten, ein Seminarhaus und eine seniorengerechte Wohnanlage betreibt und Ganztagsbetreuung anbietet. Sie versteht sich als zukunftsorientierte Wegbegleiterin für Menschen aller Generationen.  

Ein zentraler Förderschwerpunkt ist die MINT-Bildung für Kinder und Jugendliche: „Unser Anspruch ist es, Bildung neu zu denken. Deshalb suchen wir immer wieder nach innovativen Formaten – wie dem Lernhaus miri. Mit seinem immersiven Ansatz lässt miri die Lernenden in das jeweilige Thema regelrecht eintauchen und macht Inhalte direkt begreifbar. Dadurch erreichen wir auch diejenigen, die sich MINT-Bildung zunächst nicht zutrauen oder bislang keinen natürlichen Zugang dazu hatten“, erläutert Ralf Schlosser, Leiter MINT-Bildung bei der Kathinka-Platzhoff-Stiftung.  

Sein Bereich der Stiftung versteht sich als „Sportverein für Nerds”, wie Schlosser es formuliert: „Wenn Sie Interesse an Fußball haben, gehen Sie ins Training. Wenn Sie naturwissenschaftliches Interesse haben, gibt es aber meistens keinen Klub, in den Sie gehen können. Da kommen wir ins Spiel.“  

MINT-Bildung breit zugänglich machen 

Als Standort für den neuen Lernraum fiel die Wahl auf die Stadtbibliothek im Kulturforum Hanau. Die moderne Bibliothek verfügt über rund 240.000 Medien, einen Makerspace und einen Gaming Room – und liegt zentral zwischen dem Busbahnhof der Stadt und einem großen Einkaufszentrum. „Das ist keine traditionelle Bücherei mit Flüstergebot: Hier darf gesprochen, gelacht und ausprobiert werden. Ein Ort, an dem sich Familien, Kinder, Jugendliche und Erwachsene selbstverständlich begegnen“, so Schlosser. miri befindet sich eingangsnah im zweiten Stock. Wer die Stufen hinaufkommt, steht fast unmittelbar im Lernhaus. 

Die Technik: Der Projektor Epson EB-815E im Detail 

Im Lernraum kommen drei Super-Ultrakurzdistanz-Laserprojektoren Epson EB-815E zum Einsatz, die mit 4KE-Auflösung großflächige Bilder auf die Wände des raumhohen Kubus projizieren. Dank der Ultrakurzdistanz-Optik erzeugen die Geräte die benötigten Bilddiagonalen bei minimalem Abstand zur Projektionsfläche. Das bedeutet: keine störenden Schatten, keine Blendung – auch wenn Kinder direkt vor der Wand stehen und mit den Inhalten interagieren. 

Mit 5.000 Lumen Weiß- und Farbhelligkeit und Epsons 3LCD-Technologie liefern die Projektoren auch bei einer nicht vollständigen Abdunklung leuchtende, farbkräftige Bilder. Gerade dieser Punkt ist im Kulturforum entscheidend: Aus Brandschutzgründen muss der Kubus jederzeit einen Blick nach außen ermöglichen. Als Abtrennung zur Stadtbibliothek wurde eine Art Vorhang installiert. „Da kommt trotzdem relativ viel Licht durch”, sagt Schlosser. „Aber die Bilder und Farben der Projektion sind dennoch hervorragend. Damit sind wir wirklich sehr zufrieden.” 

Ergänzt werden die Projektoren durch ein Laser-Kamerasystem, das die Projektionsflächen abtastet und Berührungen erkennt – so wird die Wand zur interaktiven Oberfläche. Dazu kommt ein Lautsprechersystem. Die Auswahl und Integration der Hard- und Software übernahm VS Visuelle Medien, ein auf digitale Medien in Lern- und Arbeitswelten spezialisiertes Systemhaus aus Tauberbischofsheim. 

miri steht während der Öffnungszeiten der Stadtbibliothek allen offen – ohne Anmeldung oder Begleitung. Da ist die automatische Einschaltfunktion des EB-815E praktisch: Morgens fährt der angeschlossene Windows-PC hoch, die Projektoren erkennen das HDMI-Signal und schalten sich selbstständig ein. Abends, wenn der Rechner herunterfährt, gehen die Geräte nach zwei Minuten ohne Signal automatisch in den Standby. „Das ist natürlich energieeffizient”, so Schlosser. „Die Projektoren laufen ansonsten sechs Tage die Woche, zehn Stunden am Tag – durchgängig, ohne Pause, damit die Kinder und Jugendlichen sofort loslegen können.” Dass die Geräte dabei wartungsarm arbeiten und mit einer Garantie von fünf Jahren beziehungsweise 12.000 Betriebsstunden ausgestattet sind, gibt der Stiftung zusätzliche Planungssicherheit für den Dauerbetrieb. 

Die eigentliche Bedienung erfolgt über einen außen vor dem Kubus installierten Touchscreen und ist so konzipiert, dass der immersive Lernraum autark und ohne lange Einführung genutzt werden kann.  

Von der Plastiktüte in der Kinzig bis zum digitalen Ich 

Seit der Eröffnung Anfang März stehen den Nutzenden verschiedene sogenannte Lernreisen zur Verfügung. Neben Basismodulen – darunter Themen wie Sonnensystem, Vulkane und Sternenhimmel – ließ die Stiftung gemeinsam mit lokalen Partnern eigene Inhalte entwickeln: In „Kari rettet die Kinzig”, konzipiert zusammen mit dem Umweltzentrum Hanau, verfolgen Grundschulkinder gemeinsam mit der Robbe Kari den Weg des Mülls nach – von der Kinzig bis zur Nordsee – und bekommen so anschaulich die Prinzipien von Kreislaufwirtschaft und Umweltschutz vermittelt. In der Lernreise „Mein digitales Ich und Ich” zeigen Avatare den Kindern, was im Netz geschieht, wenn sie sich darin bewegen, und welche digitalen Spuren sie dort hinterlassen. 

Eine weitere Säule des Nutzungskonzepts bilden betreute Workshops für Grundschulklassen. Der kooperative Ansatz ist dabei zentral: Sechs bis acht Kinder erleben die Inhalte gemeinsam, sprechen sich ab und lösen Aufgaben als Gruppe. „Das ist der klare Vorteil gegenüber einer VR-Brille”, betont Schlosser. „Dort sitzt man allein in seiner Welt. In unserem Lernraum hat man dagegen ein gemeinsames Erlebnis.” Ergänzend erhalten Schulklassen Aufgaben, die sie in die umliegende Bibliothek führen – analoge Recherche ergänzt dabei die digitale Immersion. 

Die ganze Stadt als Lerninhalt 

Die Rückmeldungen der ersten Wochen zeigen: Der Raum ist nahezu ständig belegt. Bereits jetzt plant die Stiftung, weitere Inhalte für miri gemeinsam mit anderen Hanauer Bildungsakteuren zu entwickeln – zum Beispiel mit Lehrkräften, dem Umweltzentrum oder dem Medienzentrum Hanau. Ralf Schlosser: „Hierfür haben wir eine Schullizenz der Software ThingLink erworben. Damit lassen sich Inhalte für die 270-Grad-Projektion von miri sehr einfach erstellen. miri steht für eine Bildung, die einlädt, Neugier weckt und die Türen weit für alle öffnet.” 

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Über den/die Autor(en)

Laura Flick
PR und Social Media Managerin
Datum der Veröffentlichung:
17.06.2026