Deutsche Schulen tun sich schwer, digitale Technologien und traditionellen Unterricht in Einklang zu bringen

Eine neue Studie, die Epson unter Schüler:innen, Lehrkräften sowie IT-Verantwortlichen an Schulen in sechs europäischen Bildungsmärkten in Auftrag gegeben hat, offenbart eine Diskrepanz zwischen der Menge der in den Klassenzimmern vorhandenen Technologie und ihrem pädagogischen Nutzen.

Technologie ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken. In Deutschland geben 86 % der Schüler:innen an, digitale Geräte und Anwendungen in fast allen Lebensbereichen zu nutzen. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass 68 % erwarten, diese auch im Unterricht nutzen zu können. Damit liegen die deutschen Schüler:innen im Ländervergleich deutlich vorne: im Durchschnitt fordern dies 58 % der Schüler:innen aus den befragten sechs Ländern.

Das deutsche Bildungssystem hat darauf reagiert: 83 % der IT-Verantwortlichen an Schulen stimmen zu, dass ihre Schulen im vergangenen Jahr mehr Technologie eingeführt haben. Auch hier liegt Deutschland über dem Durchschnitt (67 %) der untersuchten Bildungsmärkte. Das nationale Engagement spiegelt sich in den Ausgaben auf EU-Ebene wider: Insgesamt hat die EU über 23 Milliarden Euro in Bildungstechnologie und digitale Kompetenzen investiert.[1]

Der Mitteleinsatz schlägt sich aber laut neuesten Untersuchungen nicht immer in besseren Lernleistungen wieder. Die Ergebnisse aus dem letzten PISA-Test der OECD haben gezeigt, dass die globalen Leistungen in Mathematik und Lesekompetenz deutlich gesunken sind.[2]

Ein Großteil der Lehrkräfte (63 %) sagt, dass neue Technologien in der breiten Masse zwar schnell angenommen werden, sie aber von vielen noch nicht ausreichend verstanden und effektiv genutzt werden. 62 % der Lehrkräfte und 69 % der IT-Verantwortlichen an Schulen sind sich einig, dass sich Investitionen mehr auf Endgeräte als auf deren didaktischen Einsatz konzentriert haben.

Viele Schulen stecken laut Epson in einer Balance-Lücke zwischen digitalen und analogen Lernmitteln. 59 % der befragten Lehrkräfte und 67 % der IT-Verantwortlichen stimmen zu, dass das Bildungswesen schneller in Technologie investiert hat, als diese pädagogisch sinnvoll integriert werden kann. 

Anstatt den Einsatz von digitalen Technologien in Schulen zurückzufahren, wie von einigen Bildungssystemen beschlossen, fordern 72 % der Lehrkräfte und 85 % der IT-Verantwortlichen in Deutschland einen ausgewogeneren Einsatz. Das bedeutet, Bildschirme und klassische Materialien wie Papier und Schulbücher gleichwertig zu betrachten, individuelles und kollaboratives Lernen zu kombinieren und auf Künstliche Intelligenz sowie menschliche Urteilskraft zu setzen. Ziel sollte es sein, durchdachter in Technologie zu investieren und vom Lernerfolg her zu denken. 86 % der Lehrkräfte geben an, dass eine bessere Balance zwischen Technologie und traditionellen Lehrmethoden die Ergebnisse der Schüler:innen verbessern könnte.

Um das Ausmaß dieser Balance-Lücke zwischen digitalen und analogen Lernmitteln zu verstehen, hat Epson Lehrkräfte gebeten zu bewerten, wie gut neue technologische Lösungen eingeführt und wie ausgewogen sie im Verhältnis zu klassischen Arbeitsmitteln eingesetzt werden. Es wurden Noten auf einer Skala von 1 (überhaupt nicht ausgewogen) bis 10 (perfekt ausgewogen) vergeben:

  1. 5,3 von 10 Punkten für das Gleichgewicht zwischen individuellen Bildschirmen (z.B. Tablets, Laptops) und Papier (Arbeitsblätter, Schulbücher) im Unterricht, wobei 56 % angeben, dass der Einsatz von Einzelbildschirmen zu hoch ist.
  1. 5,3 von 10 Punkten für das Gleichgewicht zwischen einzelnen und gemeinsam genutzten Bildschirmen im Unterricht, wobei 53 % angeben, dass es zu viele individuelle Bildschirme gibt.
  1. 4,8 von 10 Punkten für das Gleichgewicht zwischen KI und menschlicher Urteilskraft, Aufsicht und traditionellen Lehrmethoden, wobei 65 % sagen, dass der Schwerpunkt zu sehr auf KI liegt.

Daraus ergibt sich eine Gesamtnote von 5,1 von 10 möglichen Punkten (Durchschnitt der oben genannten Werte) über alle drei Bereiche hinweg. Dies ist der Wert für Deutschland innerhalb des Educate to Empower Index. 

Gleichzeitig wurden die Lehrkräfte gebeten zu bewerten (auf einer Skala von 1 bis 10), ob Schulen ihrer Meinung nach über ausreichend Technologie und Schulungsangebote verfügen, um die besten Lernergebnisse zu erzielen. Im Durchschnitt bewerteten Lehrkräfte die Schulen mit 4,9 von 10 Punkten, wobei 1 für „überhaupt nicht ausreichend“ und 10 für „vollkommen ausreichend“ steht. IT-Verantwortliche an Schulen vergaben eine Bewertung von 6,0 von 10 Punkten.

Dr. Sarah Henkelmann-Hillebrand, Leiterin des Bereichs Bildung bei Epson Europe, erklärt: „Um die Balance-Lücke zwischen digitalen Technologien und traditionellen Lernmitteln zu schließen, müssen wir umdenken. Bildungssysteme müssen sich davon lösen, Technologie einfach nur einzuführen, und sich stattdessen darauf konzentrieren, wie sie genutzt wird. Das bedeutet, Lernziele in den Mittelpunkt zu stellen, digitale und analoge Tools neu auszubalancieren, mehr gemeinsame und kollaborative Erfahrungen im Klassenzimmer zu schaffen und klare Rahmenbedingungen für neue Technologien wie KI zu etablieren. Es bedeutet auch, in Technologie zu investieren, die effektiven Unterricht unterstützt – und nicht nur in noch mehr Geräte. Die Zukunft der Bildung liegt nicht in mehr Technologie. Sie liegt in einer besseren Balance.“

Diese Ergebnisse stammen aus der Studie „Educate to Empower 2026“, die von Epson in Auftrag gegeben wurde. Den vollständigen Bericht finden Sie hier:  www.epson.de/education

Über Epson

Die Epson Deutschland GmbH ist ein führender Anbieter von Druckern, Scannern und Projektoren für Unternehmen, öffentliche Auftraggeber und Privatkunden. Speziell für Handel und Industrie bietet Epson Produkte und Lösungen für den Großformat-, Kassen-, Etiketten- und Ticketdruck. Erweitert wird das Produktportfolio um Robotersysteme für Montage und Handhabung. Die Epson Deutschland GmbH wurde 1979 als Tochter der japanischen SEIKO EPSON CORPORATION gegründet. Das in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) ansässige Unternehmen verantwortet die Vertriebsgebiete Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Die Bildungstechnologielösungen von Epson unterstützen moderne, kollaborative Lernumgebungen mit zuverlässigen Druck- und Projektionslösungen für ein ausgewogenes Lehr- und Lernerlebnis. Sie ermöglichen es Lehrkräften, ansprechende Inhalte zu vermitteln, Arbeitsabläufe im Klassenzimmer zu optimieren und Betriebskosten zu senken, während gleichzeitig das Lernerlebnis der Schüler:innen durch hochwertige visuelle Medien und einfach zu bedienende Werkzeuge verbessert wird.

Weitere Informationen finden Sie hier: www.epson.de/education

Untersuchungsmethodik

Focaldata befragte im Auftrag von Epson im Juli und August 2026 nach Qualitätsprüfungen 3.360 Personen in Großbritannien, in Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien und Polen. Die Studie umfasste vier getrennte Zielgruppenbefragungen, die unabhängig voneinander online über ein Panel durchgeführt wurden: Lehrkräfte ohne IT-Verantwortung (1.227), Schüler:innen im Alter von 16 bis 18 Jahren (1.219), angehende oder kürzlich ausgebildete Lehrkräfte (611) sowie IT-Verantwortliche und Technologie-Entscheidungsträger:innen an Schulen (303). Die Ergebnisse spiegeln die natürliche Verteilung wider; es wurde keine Gewichtung angewendet.

[1] Europäische Kommission, Initiativen zur Förderung digitaler Kompetenzen

[2] OECD, PISA-Ergebnisse 2025 (Band I)

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Über den/die Autor(en)

Raúl Sanahuja
PR & Comms Manager Epson Europe
Datum der Veröffentlichung:
20.10.2026